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omarttarek's version from 2016-06-15 10:59

Judenhetze als literarischer Industriezweig

Question Answer
Wassertriebe der GegenrevolutionSchon während der Wiener Revolution 1848 fühlten sich die Reaktionäre von den jüdischen Journalisten bedroht, die emanzipatorische, fortschrittliche oder demokratische Ideen vertraten. Einige Zeitschriften richteten sich mit einem aggressiven Antisemitismus gegen die Juden. Herauszuheben ist hier „Der Wiener Zuschauer“ von J. S. Ebersberg.
Genozid im Kopf und auf PapierDie Attacken wurden immer härter und eskalierten in Morddrohungen gegen die Juden (Quirin Endlich). Die diente nichts anderem, als die Aggressionen des Volkes, besonders die der Arbeiterschaft, von ihren eigentlichen Zielobjekten abzulenken; dem absolutistischem System sowie dem Übermaß an Aristokratie und Klerus.
Konkordat stellt das SignalAls Instrument der Katholiken gegen die Juden in Wien wirkten folgende Blätter: „Österreichischer Volksfreund“, „Weckstimmen für das katholische Volk“, „Volksblatt für Stadt und Land“, „Wiener Kirchenzeitung“. Letztere wurde 1848 gegründet und hatte als Motto „Für Glauben, Wissen, Freiheit und Gesetz“ und wollte ein „Aufklärung der Verdummung“. Ihr Gründer war Sebastian Brunner. Sein Ziel war die Errichtung eines Konkordats (Vertrag zwischen Staat und Kirche). 1855 war es so weit
Alte Mission – alte Vorurteile Durch das Konkordat gewann die Wiener Kirchenzeitung an Fahrt. Juden konnten mehr ins Visier genommen werden. Brunner war damals eindeutig Wegbereiter des Antisemitismus. Albert Wiesinger übernahm die Nachfolge Brunners mit fanatischem Hass.
Presseprozess Brunner – Kuranda1859 wurde der antisemitische Kurs Brunners immer radikaler. Ignaz Kuranda stellte sich an die Spitze der Gegenwehr. Er war Jude und Herausgeber der „Ostdeutschen Post“
Brunner – Lumpensammler und Aschenfabrikant In der „Ostdeutschen Post“ setzte sich Kuranda schriftlich gegen Brunner zu Wehr. Er kritisiert, dass Brunner seine Hetze in einer Kirchenzeitung erscheinen lässt Brunner nur einen geschäftlichen Vorteil suche, den er in der Judenhetze gefunden hätte,Brunner keine Quellen für seine Anschuldigungen vorweisen kann und nur die Skandalsucht befriedigen will
Brunners gerichtliche DemaskierungBrunner klagte Kuranda an und blitzte mit seiner Klage ab. Stattdessen wurde er selbst verurteilt und musste als seinen Nachfolger Wiesinger ernennen.
Wiesinger – der „Rächer“ BrunnersWiesinger wollte sich an Kuranda rächen und nahm seine 15 Jahre alte Publikation „Belgien seit der Revolution“ auseinander.
Wiesingers „Mein Kampf“Rückblickend sagte Wiesinger, dass sein Kampf dem verdorbenen und verderbenden Zeitungswesen in Wien galt, der auch das Judentum in der Journalistik treffen musste. Seine Hauptgegner fanden sich im „Neuen Wiener Tagblatt“, der „Neuen freien Presse“, dem „Neuen Fremdenblatt“ und der „Wiener Vorstadtzeitung“. Immer wieder ließ Wiesinger in der WKZ andere antisemitische Zeitungen zu Wort kommen.
Wiesinger – zur „Endlösung“ entschlossenWiesinger packte besondere Hasstiraden in seine „Ghetto-Geschichten“. Er Hetzt zur Jagd der Juden auf den Scheiterhaufen. Den Börsenkrach 1973 nutzte er, um gegen das „jüdische Geldprotzerthum“ zu wettern.
Presseprozess gegen Wiesinger1872 erschien in Berlin eine Broschüre, in der auf die jüdische Herkunft des österreichischen Ministers Glaser hingewiesen wurde. „Der Wanderer“ druckte einen Brief Glasers an seinen Vater ab und wurde daraufhin beschlagnahmt. Einige Monate später wurde der Ausschnitt in der WKZ erneut veröffentlicht. Er wurde angeklagt.
WKZ – Ideologische Vorreiterin des Nationalsozialismus?Kurt Paupié stellte einen starken antisemitischen Zug in der WKZ feststellen. Die WKZ kann sogar als Vorreiter von NS-Propaganda gesehen werden. In ihr findet man Verzerrung der Realität, Verdrehung von Argumenten und Herabwürdigung sowie Verleumdung andersartig Denkender. An der Spitze ihrer Themenbesetzung stand die Judenfrage. Brunner nahm das NS-Berufsverbot in seinen Wünschen vorweg. Wie später im Nationalsozialismus kam es zu einer Diskreditierung der Juden. Verunglimpfungen der Juden waren in der WKZ an der Tagesordnung. Sie bewertete das öffentliche und private Leben unter dem Gesichtspunkt des Rassischen.
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Nichts für Frau „Zimperlich“ und Herrn „Schlappschwanz“ Der Grazer „Hakenkreuzler“ – 1926