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Forstpathologie 1

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Section

Question Answer
Schädigungsursachen Abiotische F.Temperatur (Niedrig/hoch); UV-Strahlung; Wasser (Mangel; Überschluss); Hagel; Wind; Sturm; Schnee; Eis; Feuer; Blitzschlag; Nährstoffe (Mangel; Überversorgung); Luftschadstoffe; Andere Chemikalien
Schädigungsursachen Biotische F.Viren; Bakterien; Phytoplasmen; Rickettsien-ähnliche Org.; Echte Pilze; Oomyceten; Parasitische Blütennpflanzen; Unkräuter; Nematoden; Schnecken; Milben; Insekten; Vögel; Säugetiere
Schädigungsursachen anthropogene EinflüsseWunden durch forstliche Massnahmen; Schädigungen durch Weidetiere; Baumpflanzung; Astung; Strassenaufsalze; Düngung; Luftverunreinigung; Klimawandel...
Viren allg.infektiöse Partikel ohne eigenen Stoffwechsel; Besteht aus RNA/DNA und Kapsid; repliziert sich in lebenden Wirtszellen; obligate Parasiten
Viren InfektionEintritt über Wunden und Vektoren; Ausbreitung in Pflanze durch Plasmodesmen, Phloem, Xylem
Viren Übertragungüber vegetative Vermehrung; Samen; mechanisch; Pollen; Vektoren (Insekten)
Viren SymptomeFarbe/Forme Veränderung; Absterbe-Erscheinungen; Wachstum und Produktivität reduziert; Infiziert Waldbaume (z.B. Pappelmosaikovirus)
Bakterien allg.Einzellige; 0,5-3 µm ; ohne echten Zellkern (Kernequivalent); autonom replizierend; ringförmige DNA; Vermehrung durch Zweiteilung; Starre Zellwand; Keine Zellorganellen; Saprobionten; Symbionten; Parasiten
Bakterien InfektionEintritt über natürliche Öffnungen, Wunden, Vektoren; Ausbreitung interzellulär/im Xylem;
Bakterien VerbreitungWind; Regentropfen; Wasser; Vektoren; Infizierte Pflanzen und Pflanzenteile; bodenbürtige Infektionen
Bakterien SymptomeBlatt-, Trieb-, Rinden-, Welke- Krankheiten; Tumore; Schlemfluss; Nasskern; Auflösen die Zellwände (Enzyme/Toxine); Plasmid Übertragung
Phytoplasmen allg.zu Bakterien gestellt; 0,2-1 μm; Keine Zellwand-Dreischichtige Membran; Pleomorph; Anteilvon G und C in DNA niedriger als bei Bakterien; obligat biotroph; nicht auf künstlichen Nährböden kultivierbar; empfindlich gegen bestimmte Antibiotika und T>40°C; In Europa geringe Bedeutung- in Tropen grösser.
Phytoplasmen Infektionin Siebröhren (Phloem); in Vektor
Phytoplasmen ÜbertragungPhloemsaugende Insekten; Wurzelverwachsungen; Pfropfung
Phytoplasmen SymptomeVerfärbung; Deformation; Triebstauchungen; Zwergen-Kümmerwuchs; Hexenbesen; Unfruchtbarkeit; Verfallserscheinungen; Absterben
RLO bedeutetRickettsien-ähnliche Organismen
RLO allg.zu Bakterien zugeordnet; 1-3 µm; ohne Geissel; Äusere Membran gewellt/gefurcht; schwer Kultivierbar; empfindlich gegen Antibiotika
RLO Infektionin Xylem und Phloem
RLO ÜbertragungVektoren (Insekten); Pfropfung; systematische Ausbr.
Echte Pilzeechter Zellkern; Zellwände aus Chitin; Chitosan, Mannan, selten Zellulose; ohne Chlorophyll, Heterotrophie; Lysin synthesis; Thallus (stélka) und Mycel; Plectenchym; Psudoparenchym; Sporen (sex-/asex.)
AscomycotaVřeckovýtrusné houby= Schlauchpilze; einfache Septen ("přehrádky") kennzeichnend, Phasen der sexuellen Fortpflanzung können unmittelbar hintereinander ablaufen; 8 Sporen
BasidiomycotaStopkovýtrusné houby= Ständerpilze; dolipore (komplizierte) Septen ("přehrádky") kennzeichnend;2/4 Sporen
TeleomorfaSexuelle Stadium- Akosporen, Basidiosporen.
Sporangiumsackförmige Struktur, deren gesamter Inhalt in viele asexuelle Sporen, sogenannte Sporangiosporen umgewandelt wird
PlasmogamieDas Verschmelzen der beiden Protoplasten, die entstandene Zelle enthält zwei Kerne
Karyogamie Verschmelzung der beiden haploiden Kerne zum diploiden Zygotenkern
MeioseReduktion der Chromosomen auf die ursprüngliche haploide Chromosomenzahl
ChasmotheciumAscomyceten- primitive geschlossenen Fruchtkörper mit Ascen innen. Es kann sich nicht öffnen
PeritheciumFlaschenformig, innen sind Asci, parafisien sind zwischen dennen; Kehle wird mit perifisien geschlossen
Apotheciumgrösste Typ; Hymenium trägt Asci, die von parafisen durchgelegt sind
Asexuelle Vermehrungmit Konidien (entstehen auf Sporangien- Konidioforen)
Anamrophe Pilzekein sexuelles Stadium bekannt
Echte MehltaupilzeAscomycota; Kleistothecien; weisen Appendices- bäumchenförmig (Erysiphe alphitoides); hakenförmig (Sawadaea; Uncinula adunca); stelzenartig (Phyllactinia fraxini)
Oomyceten allg.Zellwand aus Zellulose und Glucanen; Unseptierte, vielkernige Hyphen; Oosporen;Diploide Zellkerne; saprobionten, fakultative und obligate Parasiten; often eingeschleppte Krankheitserreger
OogametangiogamieBefruchtung einer oder mehrerer Eizellen in einem Oogonium (♀) durch die Kerne einesAntheridiums (♂)
Oomyceten asexuelle VermehrungZoosporangium mit biflagellat; bewegliche Zoosporen
ChlamydosporenÜberdauerungsstadium bei Oomyceten
PhytopthoraOomyceten; grosse Bedeutung- Erreger von Pflanzenkrankheiten; Phytophtora alni
Phytophthora alniWurzelhals und Wurzelkrankheit→ Feinwurzelsterben; Wurzelhals und Rindennekrosen; Wasserreiser; Teerflecken; Exudat; schwacher Austrieb; Kleinblättrigkeit; Notfruktifikation
Gemenine MistelViscum album; obligater Halbparasit; Immergrün; drei Interarten (Tannenmistel; Kiefernmistel; Laubholzmistel)
Gemeine Mistel SymptomeZuwachsverluste; Absterben von Kronenteilen und ganzen Bäumen; Technische schäden
Gemeine Mistel VerbreitungVögel; Klebrige Scheinbeeren
EichenmistelLoranthus europaeus; obligater Halbparasit; Sommergrün; gelbe Scheinbeeren; Eichen (Edelkastanie)
Eichenmistel Verbreitungdurch Vögel (drosselarten)
Eichenmistel SymptomeZweigenschwellungen; Zuwachsverluste; Absterben von Kronenteilen und ganzen Bäumen
ZwergmistelnArceuthobium; Holoparasit; Amerika; Asien; in Europa nur Arceuthobium oxycedri
Zwergmistel Verbreitungdurch Vögel; aktive Samenverbreitung
Zwergmistel SymptomeZuwachsverluste; Deformationnen; Hexenbesen; Absterben von Kronenteile und ganzen Bäumen
Nematoden allg.wurmförmige Tiere (0,5-5 mm) Hautmuskelschlauch; Schlängenbewellung; Vier Larvenstadien (Larven sehen ähnlich wie Adulten aus); Endoparasitisch
Nematoden Verbreitungaktiv über kurze Distanzen; Fernverbreitung über befallene Pflanzen; Vektore; Maschinen; Wind; Wasser
KiefernwelkeBursaphelenchus xylophilus; Nematode; Tödliche Welkenkrankheit bei hohe Temperaturen und geringe Niederschläge; Blätter-Nadeln absterben
Typen von WurzelkrankheitenFeinwurzelkrankheiten; Welkenkrankheiten; Wurzelfäulen
Feinwurzelkrankheiten allg.Junges, unverholztes Gewebe wird besiedelt; manche Erreger besiedeln später aber auch Grobwurzeln [Bast und Holz]; keine Holzfäule; meist Oomyceten, Ascomyceten und anamorphe Pilze
Welkenkrankheiten allg.Verstopfen die wasserleitenden Gefäße und unterbrechen den Wassertransport; keine Holzfäule; Ascomyceten und anamorphe Pilze → Verticilium-Welke
WurzelfäulenGrobwurzeln werden besiedelt und abgetötet, Holzfäule; auch Besiedelung des Bastes, Kambiums und Splintholzes; vorwiegend Basidiomyceten, wenige Ascomyceten
Wurzelfäulen SymptomeAbsterben von der Krone abwärts; Spärliche und chlorotische (Gelbe) Belaubung; Kümmerwuchs und Kleinblättrigkeit; Fuusglocke an der Stammbasis; Pilzfruchtkörper im Wurzelbereich; Abgestrorbene oder zersetzte Wurzeln; (KEINE Schäden im splintholz; Keine Rindennekrosen)
Wurzelfäulen AuswirkungenMortalität; Einschränkung der Stabilität; Zuwachsverluste; Verluste durch Holzfäule)
Wurzelschwamm"Heterobasidion annosum sensu lato" "Rotfäule"; Wichtigster Krankheitserreger an Nadelhölzern; selten an Laubbäumen; durch menschliche Tätigkeiten stark gefördert
Wurzelschwamm Krankheitsbilder• Wurzel- und Stockfäule (→ Mortalität)(an Pinus spp., auch an anderen Arten mit Kernholz);• Wurzel-, Stock- und Stammfäule (→ Holzfäule, Kernfäule) (an Fichte und anderen Arten mit Reifholz)
Heterobasidion annosum sensu stricto Wirtsbaumspektrum(Kiefern-Wurzelschwamm, P-Typ)Kiefernarten, aber auch andere Nadelbäume(Picea spp., Douglasie, Lärche und Wacholder),gelegentlich sogar Laubbäume (z. B. Betula spp.,Rotbuche), weites Wirtsspektrum; besonders aggressiv
Heterobasidion parviporum Wirtsbaumspektrum(Fichtenwurzelschwamm, S-Typ);vorwiegend an Fichte, gelegentlich an anderen Nadelbäumen
Heterobasidion abietinum Wirtsbaumspektrum(Tannwurzelschwamm, F-Typ); Weißtanne und mediterrane Tannenarten, auch Fichte,mitunter auch Laubbaumarten; vor allem in Südeuropa wichtig.
Wurzelfäulen Merkmale zur DiagnoseVerdickungen an der Stammbasis; Harzfluss; Holz grau bis violett verfärbt; später "Rotfäule" oder Stamm hohl; Mehrjährige Fruchtkörper an Stöcken und toten Bäumen; Nebenfruchtform; Nadelverfärbungen und Kronenverlichtung
HolzfäuletypenWeissfäule (Korrosionsfäule); Braunfäule (destruktionsfäule); Moderfäule
WeissfäuleAbbau von Zellulose; Hemizellulosen und Lignin; Rotfäule und Rotstreif sind auch Weissfäulen
BraunfäuleAbbau von Zellulose und Hemizellulosen; Lignin bleibt übrig
ModerfäuleNur Sekundärzzellwand wird angegriffen. Zellulose, Hemizellulosen, (Lignin)
Primäre Infektion Heterobasidion annosum s. l.Basidiosporen werden über die Luft übertragen und können Stöcke oder Wunden im Wurzelund Stockbereich besiedeln; auch Direktinfektionen intakter Wurzeln durch Basidiosporen sind möglich
Sekundäre Infektion Heterobasidion annosum s. l.•Infektion des Wurzelsystems von Stöcken und lebenden Bäumen und Übertragung auf benachbarte Bäume über Wurzelkontakte,•Infektion von Stöcken auf Kahlschlägen oder infiziertes Material im Boden führt über Wurzelkontakte zur Übertragung von H. annosum auf Bäume der nächsten Generation
Maßnahmen gegen Infektion von Heterobasidion annosum s. l.•Standorts-, Baumarten- und Provenienzwahl,•Beimischung von Laubholz, Bestandesumwandlung,•Wunden und Bodenverdichtung vermeiden,•Geeignete Pflanzmethoden & sorgfältige Durchführung,• Weitverband, Erstdurchforstung hinauszögern,•Durchforstung und Holzernte bei Temperaturen um 0°C,•Behandlung der frischen Schnittflächen der Stöcke:chemisch (v. a. Harnstoff), biologisch (Phlebiopsis gigantea),•Verkürzung der Umtriebszeit,•Rodung der Stöcke und Grobwurzeln
Biologische Kontrolle von Heterobasidion annosum durchPhlebiopsis gigantea, Substratkonkurrenz, Auftragen der Sporensuspension auf die Schnittflächen frischer Stöcke
Armillaria ArtenHallimasch, •Wurzelkrankheit („Kambiumkiller“), •Wurzel- und Stockfäule, •Sehr weites Wirtsbaumspektum (Nadel- und Laubäume),•Breite ökologische Amplitude,•Störungsfaktor in Naturwäldern,•Weißfäule (Holz ebenfalls dunkelrotbraun),•Blätterpilzfruchtkörper
Wichtige Hallimasch-Arten in EuropaArmillaria borealis, Armillaria cepistipes, Armillaria gallica, Armillaria mellea sensu stricto, Armillaria ostoyae
Armillaria borealis WirtsbaumspektrumNadel- und Laubholz
Armillaria cepistipes WirtsbaumspektrumVorwiegend Nadelholz,aber auch an Laubholz
Armillaria gallica WirtsbaumspektrumLaubholz, seltener Nadelholz
Armillaria mellea sensu stricto WirtsbaumspektrumLaubholz, seltener Nadelholz
Armillaria ostoyae WirtsbaumspektrumVor allem Nadelholz, seltener Laubholz
Armillaria borealis LebensweiseVorwiegend saprotroph, auch Kernfäuleerreger an Fichte
Armillaria cepistipes LebensweiseVorwiegend saprotroph, Sekundärparasit, Kernfäuleerreger an Fichte
Armillaria gallica LebensweiseSaprobiont oder Schwäche-/Sekundärparasit
Armillaria mellea sensu stricto LebensweiseGelegentlich aggressiver Primärparasit, häufiger saprotroph
Armillaria ostoyae LebensweisePrimärparasit, häufig „Kambiumkiller“,auch Kernfäuleerreger und Saprobiont
Armillaria SymptomeKernfäule(Fruchtkörper an der Stammbasis, Stammbruch), Wurzelfäule (Mortalität), unter der toten Rinde weisse Pilzgeflechtmatten, Fruchtkörper am toten Stamm, Nadel- und Blattvergilbungen, Kleinblättrigkeit, spärlicher Austrieb, Zurücksterben von Ästen, Wipfeln und Kronenteilen, Harzfluss
Armillaria InfektionWurzelkontakte, Wurzelverwachsungen, durch Rhizomorphen, durch Basidiosporen (nur Totholz)
Wie aussieht holz mit Hallimasch Stockfäuledunkelrotbraun, faserig, nass, mit schwarze Demarkationslinien
Maßnahmengegen Infektion von Armillaria•Standorts-, Baumarten- und Provenienzwahl,•Einbringung von weniger anfälligen Baumarten,•Begründung von Mischbeständen,•Naturverjüngung,•Wunden und Bodenverdichtung vermeiden,•Geeignete Pflanzmethoden & sorgfältige Durchführung,•Stärkung der Widerstandskraft der Bäume (Bestandespflege),•Artenvielfalt fördern (Mischbaumarten, Sträucher, Bodenpflanzen),•Rodung der Stöcke und Grobwurzeln
Pholiota squarrosaSparriger Schüppling, Klassischer Doppelgänger des Hallimasch, Grobere, sparrig abstehende, rot-braune Schuppen an Hut und Stiel; braunes Sporenpulver
Pholiota squarrosa verursachtWurzel- und Stockfäule
Pholiota squarrosa BaumartenAn Nadel- (z. B. Fichte) und Laubbäumen (z. B. Birke,Ahorn, Esche, Linde, Pappel, Rotbuche, Weide, Apfel)
Pholiota squarrosa FäuletypWeißfäule
Phaeolus schweinitzii Baumarten Kiefern-Arten, Douglasie, Lärche, auch Fichte und Tanne; weltweit weites Wirtsspektrum
Phaeolus schweinitzii verursachtWurzel- und wenig hochsteigende Stammfäule(Stockfäule), Kernfäule
Phaeolus schweinitzii FäuletypBraunfäule (Würfelbruch!) mit weißem, kreidigflockigen Mycel in den Schwundrissen,Terpentingeruch
Phaeolus schweinitziiEinjährige, gestielte, bis 30 cm große, anfangs kreiselförmige, später mit mehreren, dachziegelig, abstehenden Hüten ausgestattete Fruchtkörper, Oberseite filzig, Porenschicht gelblich-grün, verfärbt sich dunkelbraun bei Berührung
Sparassis crispa BaumartenAn Waldkiefer, Douglasie, auch an Schwarzkiefer, Fichte, Tanne und Lärche
Sparassis crispa verursachtWurzel- und bis 3 m hoch steigende Stammfäule, Kernfäule
Sparassis crispa FäuletypBraunfäule (Würfelbruch)
Sparassis crispaEinjährige, bis 30 x 20 cm Karfiol-ähnliche Fruchtkörper, jung weiß, später ockergelb bis braun; gestielt, aus krausen, blattartigen,miteinander verbundenen Elementen mit buchtig gelappten Rändern bestehend
Rhizina undulataWurzellorchel=Ringfäule, Ascomycet; verursacht keine Holzfäule, Befällt Sämlinge und jüngere Bäume(1. und 2. Altersklasse), kreisförmige Ausbreitung
Rhizina undulata BaumartenNur an Nadelbäumen (bei uns Kiefer, Fichte,Lärche, Tanne); weltweit weites Wirtsbaumspektrum
Rhizina undulata Biotpopsauren Böden und nach Feuer, Keimruhe durch Hitze gebrochen (38-42C)
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